12. & 18.07.2014 „Free-Palestine“ Demos in Mainz

Auf Facebook wird für Freitag den 18.7. eine „Free-Palestine“-Demo beworben, die am Mainzer Hauptbahnhof stattfinden soll. Die auf Facebook bestätigten Teilnehmer_innen sind inzwischen weit über die Tausen hinaus geklettert. Die Veranstaltung ruft dazu auf, den Krieg in Gaza zu beenden. Davon, dass die Bedrohung Israels aufgehoben werden muss, der sich das Land seit seiner Gründung ausgesetzt sieht, ist natürlich keine Rede. Im Gegenteil werden in sozialen Netzwerken vermehrt Stimmen laut, nach denen die Vernichtung Israels und damit auch der Jüdinnen und Juden als die einzige Lösung erscheint
Aktivismus dieser Art neigte in der Vergangenheit dazu, sich genau dann zu manifestieren, wenn Israel gegen die anhaltenden Raketenangriffe aus Gaza vorgeht, was zuletzt im Jahre 2009 bei der „Operation gegossenes Blei“ in einem kriegerischen Rahmen der Fall war. Der Beschuss Israels durch feindliche Raketen konnte dabei durch die Operation zwar vorübergehend gestört, aber nicht gestoppt werden.
Seit nun auch in Jerusalem und Tel Aviv vermehrt Raketen ungesteuert in Zivilgebäuden einschlagen, sieht sich Israel mal wieder in der Position sich entscheiden zu müssen: Entweder die Angriffe weiter dulden (wobei dieses Jahr mehr Raketen aus Gaza abgefeuert wurden, als im kompletten letzten Jahr), oder intervenieren, d.h. gezielt militärische Ziele angreifen und dadurch palästinensische und israelische Zivilist_innen schützen.

Obwohl auf der Facebook-Seite zu friedlichem demonstrieren aufgerufen wird (“ lasst es nicht zu einer Demo Moslems gegen Juden werden“) ist nicht davon auszugehen, dass es sich hier ausschließlich um friedliche Israelkritik handelt. Schon 2009 waren in Mainz mehrere hundert Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die o.g. „Operation Gegossenes Blei“ zu demonstrieren. Auch damals versuchte Israel den Beschuss von israelischen Zivilist_innen durch Quassam- und Katjusha-Raketen aus Gaza zu beenden.
Neben den inzwischen üblichen Vergleichen Israels mit dem deutschen Nazi-Regime und dem Hinweis Israel töte unschuldige Kinder gab es dabei aber noch andere Formen des „friedlichen“ Dialogs. Als an einer Stelle der Demonstrationsroute ein Magen David in Form einer israelischen Nationalflagge gezeigt wurde, um auf die Solidarität mit Israel hinzuweisen, kam es zu einer kurzen Verfolgungsjagd. Dabei rannten ca. 10 offensichtlich „friedliche“ Demonstrationsteilnehmer_innen hinter denen von ihnen als „scheiß Juden“ bezeichneten her und bedrohten sie. Die Angegriffenen konnten sich jedoch in ein Gebäude retten indem sie eine Tür blockierten.*

Auch schon für den 12.07.2014 sind erste Aktionen angesetzt. Dabei soll laut AZ unter dem Motto „Stoppt den Angriff auf Zivilisten“ auf die Straße gegangen werden. Dies zeigt jedoch, dass hierbei offensichtlich keine israelischen Zivilist_innen gemeint sein sollen, da Israel anhand antijüdischer Ressentiments als Kriegstreiber assoziiert wird. Die terroristischen Angriffe der radikal-islamistischen Hamas kommen gar nicht erst zur Sprache

Von Gegendemonstrationen wurde zwar gehört, aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht viel gesehen. Wir versuchen euch an dieser Stelle mit neuen Infos zu beliefern, sobald wir welche haben.

Bis dahin haltet die Augen offen!
Free Gaza from Hamas!
Gegen jeden Antisemitismus!

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